23.11.2021

Körpergefühl

Körpergefühl Boudoir-Fotografie Siegen

„Wie ist denn heute Dein Körpergefühl?“

Hä – was ist denn das für ne Frage?

Was ist das überhaupt – ein Körpergefühl? DEIN Körpergefühl.

Ist das etwas, was man entweder hat oder nicht hat? Wie eine Gabe?

Ist es etwas statisches oder kann es sich verändern?
Kann es ganz abhanden kommen?

Manchmal spricht jemand davon, ein gutes Körpergefühl zu haben?
Was ist damit gemeint? Dass sie sich wohlfühlt im eigenen Körper?

Meine Gedanken dazu

Ich glaube, ein gutes Körpergefühl zu haben, hat grundsätzlich erstmal nichts mit der Kleidergröße zu tun.

Nach meinem Erleben hat ein gutes Körpergefühl auch sehr häufig damit zu tun, sich überhaupt ZU SPÜREN. Und das meine ich jetzt völlig unesoterisch.

Der Körper ist dafür geschaffen, uns etwas SPÜREN zu lassen.

Die Welt, in der wir leben, ist geprägt von Dingen, die uns den Alltag erleichtern sollen.

Und das funktioniert ja auch gut: Wir fahren mit dem Auto in unser klimatisiertes Büro und halten auf dem Weg dahin noch am SB-Backshop an.

Wann nimmt man denn den eigenen Körper im Alltag überhaupt noch wahr?

Wir haben es uns so komfortabel eingerichtet, dass wir „unangenehme“ Signale oder Empfindungen unseres Körpers selten über einen längeren Zeitraum hinweg spüren müssen.

Anstrengung, Hitze & Kälte, Hunger & Durst – das sind alles keine Empfindungen, die wir länger als ein paar Minuten aushalten müssen, wenn wir nicht wollen.

Der Lebensstil, den wir führen, nimmt dem Körper sehr der viele Wahrnehmungsmöglichkeiten.

Die „Reibungsfläche“ fehlt. Vieles fühlt sich irgendwie gleich an. Stumpf.

Für mich liegt darin eine mögliche Ursache, warum man den Kontakt zum eigenen Körper auch für eine längere Zeit verlieren kann.
Den Körper zu spüren – das passiert auch immer dann, wenn wir an die Grenzen des körperlich Möglichen gehen. Dann fühlen wir uns lebendig!

„An die Grenzen gehen?
– Theresa, das hört sich jetzt aber ziemlich extrem an!“

Ich finde nicht. Abgesehen davon: Was wir heute als anstrendend empfinden, wäre für unsere Großeltern eine Lachnummer gewesen.

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